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Bei den Stockrosen

Unser dritter Morgen an der Schwarzmeerküste ist sonnig und mild. Tinu und ich setzen uns ganz nach vorne auf den Aussichtsfelsen und sehen nach einer Weile tatsächlich nochmals Delphine. Diesmal sind sie so nahe, dass man sie auch ohne Feldstecher sieht. Tinu will unbedingt zu ihnen rausschwimmen. Ich glaube nicht, dass das realistisch ist, aber nun gut. Wir klettern also den Felsen hinab, springen ins Wasser und schwimmen so schnell das mit den Tauchermasken denn möglich ist in die Richtung, wo wir sie zuletzt gesehen haben. Wie erwartet ist es unmöglich, sie zu erreichen, aber immerhin sieht Tinu einen noch in etwa 10m Entfernung, dann sind sie verschwunden. Das Schwimmen im Morgenlicht ist trotzdem schön und wir lassen uns anschliessend auf dem Felsen von der Sonne trocknen. Irgendwann tauchen dann auch die Jungs auf, sie waren ganz in ihr Spiel vertieft gewesen, wir packen zusammen und dann kommt der Moment der Wahrheit: Tinu hat in den letzten Tagen 2x die Zündung laufen lassen und wir befürchten, dass die Batterie leer ist. Ist sie. Wir nehmen also unsere Bücher hervor und warten in der Mittagshitze darauf, dass Ein Strandbesucher hier oben auf dem Hügel parkiert. Das dauert zum Glück nicht allzu lange und als Tinu mit dem Überbrückungskabel auf sie zugeht verstehen sie auch sofort, um was es geht. Der Motor springt an, dankeschön, und wir fahren die Küste hinauf nach Burgas, wo wir einkaufen, Flickzeugs für Tinus Wing organisieren und dann die Autobahn ins Landesinnere nehmen. Hunderte von Sonnenblumenfelder säumen die Strasse und immer wieder stehen Dutzende von Störchen auf den Feldern herum. Unser Ziel ist ein Platz an einem Fluss, die Strasse dorthin rudimentär und voller Schlaglöcher. Plötzlich entdecken wir eine Blaurake, die wir auch fotografieren können, etwas später einen Falken mit weissen Hosen auf der Strasse.


Irgendwann verliert sich der Feldweg in Disteln und Stockrosen – leider überhaupt nicht am Fluss. Aber die wilde Vegetation und die damit einhergehenden Insekten und Schmetterlinge sind auch schön. Wir richten uns ein, kochen, essen, es wird dunkel, die Jungs waschen wieder mit den O`Bros ab, tanzen ein wenig und dann verkriechen wir uns alle in die Betten, töten noch möglichst alle Mücken, die es hineingeschafft haben (du meine Güte hat das Mücken hier in Bulgarien) und schlafen – ein paar Kilometer entfernt findet wohl eine Party statt, die Musik hallt durch die Wildnis zu uns herüber

Tamara



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