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  • tamarautinu

Grenzübergreifende Mückenplage


Für einmal schlafen wir wieder etwas länger. Wie immer, wenn die Sonne erst spät auf das Auto scheint und die Temperaturen etwas länger kühl bleiben. Obwohl mitten in der Natur, ist die Wildkamera unbesucht geblieben. Schon wieder. Die Büchsen-Weinblätter der türkischen Armee sind einfach nicht besonders verlockend.

Heute steht der Grenzübertritt nach Serbien an. Wir sind uns noch nicht sicher, ob wir das beim «eisernen Tor» via Fähre machen oder etwas nördlich über die «grüne» Grenze. Die Fahrt führt hauptsächlich der Donau entlang. Unglaublich, wie viel Wasser hier andauern dem Schwarzen Meer entgegenfliesst. Ist halt auch «flüssiges Wasser» (Aussage von Ben, er wollte sagen, dass die Donau kein See, sondern ein Fluss ist).

Die Fähre über die Donau würde 29 Euro kosten und uns 4 Stunden in einer hässlichen Kleinstadt warten lassen. So vertanken wir unsere letzten Rumänischen Lei, die Jungs investieren das Kleingeld, das sie in den paar Tagen schon wieder gefunden haben, in Schokolade, und wir fahren nordwärts durch eine schöne, wilde Landschaft. Auf der Passstrasse fahren wir an einer frischen Unfallstelle vorbei. Ein grosser Lastwagen ist rechts ab der Strasse «getrolt». Da schon viele Passanten anwesend sind fahren wir weiter. Am Rumänisch-Serbischen Zoll sind wir das einzige Auto. Der Serbische Zollwärter verabschiedet sich mit einem trockenen «AAhhhh». Wir übersetzen frei: «Herzlichen willkommen in Serbien. Ich wünsche ihnen einen zauberhaften Aufenthalt, hier haben Sie Ihre Pässe zurück». Zum 11. Mal überqueren wir eine Landesgrenze und erfahren ein weiteres Mal, wie viel ein künstlicher Strich in der Landschaft verändern kann. Das kleine serbische Dorf ist sehr bunt geschmückt. Die Häuser waren vor 40 Jahren liebevoll mit Stukaturen verziert worden, haben aber seither keine Liebe mehr erfahren. Das Städtchen wirkt fröhlich und lebhaft. Auf unserem Camping wirken die Serben aufgestellt und kontaktfreudig. Hier findet irgendein Kinderlager statt. Ca. 40 Jugendliche im Schulalter zelten 6 Tage lang. Die Erwachsenen dirigieren die zurückhaltenden Kinder mit lauter Stimme in und aus dem See. Auch wir nutzen den schönen, warmen Badesee ausgiebig zum Planschen. Am anderen Ende hat es eine Badeanstalt mit einem grossen Gummiparkour auf dem Wasser. Die Jungs schwimmen mit dem Wingboard dort hin und versuchen sich einzuschleichen. Ohne Erfolg. Von uns aus gesehen links, hat es einen grossen Baum am Ufer mit einem Schwingseil. Ben und ich machen die krassesten Kunsttücke: er: Rückwärtssalto und einmal um den Baum kratzen, ich: Standsprung und ¼ Rückwärtssalto auf das linke Ohr.

Während dem Abendessen, rücken uns die Mücken auf die Pelle. Auch die letzten Tage sind wir immer wieder von ihnen verfolgt worden. Besonders an Gewässern. Da wir immer an der Donau, einem See oder einem Bächli übernachtet haben, waren die Mücken ein Dauerproblem. Besonders in der Dämmerung. An der Donau hat der starke Wind etwas Abhilfe geboten. Hier am Serbischen See haben die Campingplatzleute ihren eigenen Umgang mit dieser Plage. Sie warnen uns schon vor dem Abendessen, dass später ein Gefährt überall auf dem Platz Mückenpestizid versprüht werde. Einmal im Jahr machen sie das, ausgerechnet heute. Wir sollen doch die Kinder in das Auto oder aus dem Campingplatz bringen??? Sofort essen, abwaschen und alles ins Auto räumen. Wir ziehen uns sicherheitshalber ins Dachzelt zurück und spielen Kombio. Die Temperaturen dort oben würden mancher Sauna Konkurrenz machen. Aber das Mückenspraygefährt will nicht kommen. Ben, Jon und ich entscheiden uns für einen weiteren Besuch im Gummipark. Wir hoffen darauf, dass dieser in der Nacht nicht bewacht wird. So schwimmen wir ein weiteres Mal quer durch den See und klettern auf den Sprungturm. Ich schubse Ben die kleine Rutschbahn hinunter, Jon kann nicht einmal hochklettern, als wir bereits entdeckt werden. Sofort verstecken wir uns hinter dem Gummiturm im Wasser und versuchen nicht zu lachen. Ich muss immer wieder untertauchen um die lautesten Pruster dort zu machen. Wir wagen 5 min später einen zweiten Versuch – werden aber jetzt von zwei Bewachern verscheucht. Noch einmal schwimmen wir zum «Swingthelord» und schaukeln uns ins Wasser. Ben schafft es noch einmal um den Baum zu schlingern, bleibt aber unverletzt. Die milde Abkühlung des Wassers hilft, das heisse Bett mit kühlem Kopf zu besteigen.

Tinu


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