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  • tamarautinu

Sofia

Heute geht’s nach Sofia. Der Stellplatz, den wir ausgesucht haben, liegt im Nordwesten der Stadt und wir finden ihn auf Anhieb. Der ältere Herr, der diesen Hinterhof betreibt, ist sehr freundlich, es hat sogar zwei kleinere Bäume und ich stecke gleich die erste Ladung Wäsche in die Maschine – da sind wir an einem guten Plätzchen gelandet. Wir essen was, waschen auch gleich noch eine zweite Ladung, hängen alles auf den Leinen auf, die auch bereitstehen, und machen uns auf den Weg zur Metro, die uns in die Stadt fährt. Die kyrillische Schrift und die Tatsache, dass nicht allzu viele Menschen Englisch sprechen (manche dafür ausnehmend gut) machen die Orientierung nicht gerade einfach. Da es in Bulgarien fast überall frei zugängliches WLAN hat, finden wir in der Stadt heraus, dass in einer Stunde eine Free Sofia Tour stattfindet. Wir beschliessen, diese gleich zu besuchen. Der junge Nicholas spricht sehr gut Englisch und führt uns in zwei kurzweiligen Stunden durch seine Stadt, ich übersetze möglichst viel für Jon und Meo. Wir lernen, dass die Bulgaren im 2. Weltkrieg auf die Strasse gegangen waren aus Protest, dass die Juden ausgeliefert werden sollten, und dass der König sich deswegen genötigt sah, was zu tun – bzw. nicht zu tun. Er zögerte die Auslieferung mit zahlreichen Ausreden immer wieder hinaus bis die Deutschen so viele andere Probleme hatten, dass sie nicht mehr danach fragten. Wir lernten, dass Sofia schon gegen 6000 Jahre alt ist, dass immer wieder darüber gebaut wurde, dass man an gewissen Orten gleichzeitig Gebäude aus der Römerzeit, aus dem Kommunismus, aus dem 16. Jh. und aus der heutigen Zeit sehen kann, dass die Stadt nicht nach der heiligen Sofia benannt wurde und die neue Statue darum für viel Proteste gesorgt hatte und vieles mehr. Danach sind wir hungrig, kaufen bei einer unfreundlichen Bulgarin eine Bowl und ziehen in der Dämmerung noch etwas durch die Stadt. Es fällt uns auf, dass hier mehr Strassenkünstler auftreten als in den anderen Städten, die wir gesehen haben, dass die Bulgaren nicht generell unfreundlich sind, im Gegenteil, aber dass es davon mehr gibt als zB. unfreundliche Türken in der Türkei, dass es sogar mitten in der Stadt ohne Gewässer viele Mücken hat und dass Sofia eigentlich sehr viele schöne Gebäude hat, dass sie nur nicht so auffallen, weil sie zwischen hässlichen Blockbauten eingeklemmt oder auch sehr heruntergekommen sind. Auch hier kommen die Einwohner mit grossen Wasserflaschen und füllen sie an den öffentlichen Wasserquellen – nur dass das Wasser hier heiss aus dem Hahn kommt und viele Mineralien enthält. Wir warten noch kurz die Band ab, die vor dem einen Restaurant angekündet wird, aber als wir die Musik nichts besonderes finden begeben wir uns wieder zur Metro und fahren zurück. Dort wurde unsere Wäscheleine von Türken und Franzosen zuparkiert. Wir nehmen alles von der Leine und legen uns schlafen. Nur Tinu will noch die aktuellen OL Ereignisse verfolgen, Abklärungen für unseren OL treffen und Rechnungen zahlen. Merci

Tamara



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